Okay Leute, grabt euch nen Tee oder Kakao, denn ich muss euch was erzählen. Der Winter in Otaru ist straight up kein Joke. Das Wetter da flexed richtig hart. Alles ist weiß, Schnee ohne Ende, total die Aesthetic für Instagram, aber halt auch saukalt. So kalt, dass dir die Nase abfriert, wenn du nur kurz rausguckst. Normalerweise ist der Tempel da oben am Hang der chilligste Ort ever. Totale Stille, nur ab und zu läutet ne Glocke und der Wind pfeift durch die alten Balken. Richtig zen, fast schon spirituell. Aber heute? Vergiss es. Kompletter Chaos-Modus. Da war nix mit innerer Mitte finden.

Der Tatort: Komplett sus und absolut impossible
Checkt das mal: Ein junger Cop der Hokkaido-Polizei – nennen wir ihn Tanaka – steht da und friert sich fast die Ohren ab. Er peilt einfach gar nichts und sieht aus, als würde er gleich heulen. Der Typ ist seit drei Jahren dabei, kennt den ganzen Standard-Kram wie Fahrraddiebe am Kanal oder besoffene Touris, die in Schneewehen fallen. Aber das hier? Das ist next level weird. Das ist X-Files Material.
Vor diesem kleinen, uralten Holzgebäude ist alles mit diesem knallgelben “KEEP OUT”-Tape der Polizei abgesperrt. Das sieht mega unpassend aus in dem ganzen friedlichen Weiß, wie so ein Glitch in der Matrix. Und dahinter? Der Schnee ist smooth wie ein frisch gemachtes Bett im 5-Sterne-Hotel. Keine Dellen, keine Fußabdrücke, gar nichts. Einfach eine perfekte weiße Fläche. Aber genau in der Mitte, safe fünf Meter von jedem festen Boden weg, fehlt einfach mal ne fette Steinlaterne.
Wir reden hier nicht von so ner kleinen Ikea-Lampe. Das Ding ist aus massivem Granit, wiegt bestimmt 50 Kilo und ist so alt, dass es wahrscheinlich schon Samurais gesehen hat. Und es ist einfach… weg. Poof. Luftnummer.
Tanaka schiebt voll Panik, weil es null Spuren gibt. Zero. Nada. Keine Fußabdrücke rein, keine raus. Selbst wenn da ne Katze oder ein Fuchs langgelaufen wäre, würde man das sehen. Der Schnee ist so unberührt, es ist fast schon creepy. Tanaka fragt sich safe, ob er halluziniert oder ob er im falschen Film gelandet ist. Er checkt seine Notizen, checkt den Schnee, checkt wieder die Notizen. Error 404: Logic not found.
Ein alter Mönch, der aussieht als wäre er hundert Jahre alt, schiebt voll die Filme und meint so mit zitternder Stimme:
Das war ein Tengu! Ein Bergdämon ist runtergekommen, hat das Ding gesnackt und ist wieder hoch geflogen!
Tanaka will erst was Rationales sagen, so von wegen “Physik und so”, aber ehrlich gesagt klingt “Dämon” gerade logischer als alles andere. Er ist kurz davor, es zu glauben, lol. Ich mein, guck dir den Tatort an! Wie soll das sonst gehen? Beamen? Aliens?
Besuch aus Tokio: Die üblichen Verdächtigen
Plötzlich brüllt einer von hinten rum, als wäre er der Boss vom ganzen Laden:
Tengu? Laber nicht! So ein Unsinn! Der Wind hat das Ding sicher nur umgepustet und dann zugeschneit! Oder dressierte Krähen haben es weggetragen!
Auftritt: Ein Typ, den man sofort erkennt, wenn man auch nur einmal den Fernseher anhatte. Dieser berühmte Privatdetektiv aus Tokio – ihr wisst schon, der mit dem Schnauzbart, der immer so tut, als wäre er der Größte. Nennen wir ihn mal “Meister Kogoro” (Name von der Redaktion geändert, zwinker). Natürlich macht der da gerade Urlaub. Wo der Typ ist, passiert immer irgendein Mist. Es ist fast so, als würde er das Pech anziehen wie ein Magnet. Er hat nen grauen Anzug an, viel zu dünn für Hokkaido (totaler Anfängerfehler, jeder weiß, dass man hier Zwiebel-Look braucht), und markiert voll den Macker. Er stolziert durch den Schnee, rutscht fast aus, fängt sich aber gerade noch so und tut so, als wäre das Absicht gewesen. Classic.
Mit dabei: Seine Tochter (die aussieht, als könnte sie jemanden mit einem Karate-Kick durch eine Wand treten, wenn er sie nervt) und dieser kleine Junge mit der riesigen Brille, der blauen Jacke und der roten Fliege. Nennen wir ihn “den Kleinen”. Der Knirps ist aber irgendwie anders drauf als normale Kids. Während die Erwachsenen rumdiskutieren und der Schnauzbart den Mönch anmault, scannt der Kleine den Tatort wie so ein Terminator. Seine Augen flitzen hin und her, er checkt Winkel, misst Abstände im Kopf. Der Typ hat voll den Main Character Energy Blick drauf.
Während der “Meister” jetzt irgendeinen Quatsch von “Hubschraubern mit Magneten” erzählt (ernsthaft, Alter? Hörst du dir selber zu?), schleicht der Kleine voll sneaky um die Pfosten rum. Er ist wie ein Ninja. Keiner achtet auf ihn, weil er halt klein ist. Er zupft am Absperrband, prüft wie fest das ist, guckt hoch zum Dach wo der Schnee hängt. Dann bückt er sich und hebt was vom Boden auf, was keiner sieht. Wahrscheinlich irgendein Krümel oder so, aber er guckt es an, als wäre es der Heilige Gral.
Plötzlich grinst er in seine Armbanduhr. Aber nicht so ein “Ich freu mich auf Eiscreme”-Grinsen, sondern so ein “Game Over, ich hab dich, du bist sowas von erledigt”-Grinsen. Gänsehaut-Moment. Der Kleine plant irgendwas, da wette ich drauf.
It’s Showtime: Der Schlafende Meister legt los
Was dann passiert, glaubt Tanaka eh keiner auf der Wache. Wenn der das in den Bericht schreibt, schicken die ihn zum Psychologen.
Der Schnauzbart-Detektiv, der gerade noch wild gestikuliert hat, fasst sich plötzlich an den Nacken, macht so ne komische Pirouette wie im Ballett (nur ungelenker) und bam – lehnt pennend am Pfeiler. Einfach im Stehen eingepennt. Mitten im Satz. Kopf auf die Brust, Augen zu.
Die Tochter so:
Papa?! Nicht schon wieder!
Aber dann fängt der Typ an zu reden. Aber nicht mit seiner normalen, nervigen Lall-Stimme, sondern plötzlich mega smart, ruhig und serious. So richtig tiefe Radiostimme.
Yo Tanaka, lass deine Leute nicht im Schnee suchen. Bringt nix. Verschwendete Zeit. Da ist nichts zu finden, weil nie jemand da war.
Tanaka salutiert erstmal voll verwirrt vor dem schlafenden Mann.
Äh, Meister? Wie dann? Ist der Dieb geflogen oder was? War es doch der Tengu?
Die Stimme aus dem Off (oder vom Detektiv, keine Ahnung, der Mund bewegt sich null) sagt eiskalt:
Er war gar nicht da. Der Trick liegt direkt vor deiner Nase, aber du siehst ihn nicht, weil er zu offensichtlich ist. Guck dir mal das Absperrband an. Ja, genau das gelbe Ding da. Fällt dir was auf? Warum ist das das einzige Ding hier im ganzen Hof ohne Schnee drauf, obwohl es die ganze Nacht geschneit hat wie blöde?
Tanaka blinzelt. Er guckt aufs Band. Er guckt auf die Pfosten. Er guckt auf das Dach. Mind blown. Stimmt halt. Überall liegt Schnee drauf, auf den Balken, auf den Dächern, selbst auf Tanakas Mütze. Nur das gelbe Tape ist sauber, glatt und trocken.
Der Typ hat das Band nicht benutzt, um abzusperren,
erklärt der Schlafende weiter (obwohl Tanaka schwören könnte, dass er im Augenwinkel sieht, wie der Kleine hinter dem Pfeiler in seine rote Fliege quatscht, wtf? Ist das ein Stimmenverzerrer?).
Pass auf, hier ist die Science dahinter: Er hat das Band als Schlitten benutzt! Er hat das breite, feste Band wie ein Lasso um die Laterne geworfen, als er noch am Rand stand. Dann hat er das Ding über die gefrorene Eisschicht unter dem Neuschnee zu sich gezogen. Ohne den Schnee zu berühren. Smart, oder? Physik, Bitch! Und erst danach hat er das Band saubergemacht und aufgehängt. Damit es so aussieht wie ne offizielle Absperrung und keiner checkt, dass der Schnee drunter aufgewühlt ist. Das perfekte Verbrechen… fast.
Busted: Die Wahrheit kommt ans Licht
Stille. Totale Stille im Hof. Nur der Wind pfeift leise und eine Krähe krächzt irgendwo. Der junge Mönch, der für den Hofdienst zuständig ist, wird kreidebleich. Er zittert, und das liegt nicht an der Kälte. Er starrt das gelbe Band an, als wäre es radioaktiv verseucht. Er weiß, dass er verloren hat.
Ich… ich hab Spielschulden…,
stammelt er dann leise, den Blick auf den Boden gerichtet.
Ich dachte, bei dem Sturm merkt das keiner. Ich dachte, alle halten es für Geister oder ein Wunder. Ich brauchte das Geld…
Tanaka atmet aus. Die Anspannung fällt ab. Fall gelöst. Keine Magie, keine Dämonen, keine Aliens. Nur simple Physik, ein bisschen kriminelle Energie und ein Typ, der im Schlaf schlauer ist als alle anderen wach zusammen.
Die Cops führen den Mönch ab. Der Meister wird plötzlich wach, gähnt herzhaft und streckt sich, als käme er gerade aus dem besten Mittagsschlaf seines Lebens.
Hä? Alles schon vorbei? Wo sind alle hin? Hab ich’s wieder im Schlaf geregelt? Tja, ich bin halt der King! Niemand kann sich mit mir messen! Hahaha!
Er lacht voll laut und dreckig, während seine Tochter nur den Kopf schüttelt und die Hände vors Gesicht schlägt. Facepalm des Jahres.
Aber dann… der kleine Junge mit der Brille stellt sich ganz unauffällig neben Tanaka. Er guckt nochmal auf das Flatterband, das jetzt nur noch traurig im Wind weht. Tanaka und er haben kurz Blickkontakt. Für eine Sekunde ist da dieser ernste, erwachsene Blick in den Augen des Kleinen. Und Tanaka hat voll das Gefühl: Der Knirps weiß alles. Der spielt hier 4D-Schach mit uns allen und wir sind nur die Bauern auf seinem Brett. Es ist fast unheimlich.
Aber zack, im nächsten Moment ist der Blick weg, als hätte jemand nen Schalter umgelegt. Er grinst wieder wie ein normales, nerviges Kind, das nur Süßigkeiten im Kopf hat.
Hey große Schwester! Ich hab Kohldampf! Mir ist kalt! Meine Füße sind Eisklötze! Gehen wir endlich dieses berühmte Sushi essen, von dem der Onkel erzählt hat?
Die Truppe zieht ab in Richtung Stadt. Tanaka steht alleine im Schnee, rückt seine Mütze zurecht und denkt sich nur:
Was zur Hölle ist gerade passiert? Bin ich wach?
Aber hey, immerhin hat er jetzt eine verdammt coole Story für die Enkel später. Und er weiß jetzt: Wenn dieser Typ mit dem Schnauzbart einschläft, sollte man besser genau zuhören.
Disclaimer: Story ist natürlich erfunden, Leute. Eine kleine Hommage an meine Lieblings-Detektivserie. Aber das Foto ist real und der Vibe in Otaru ist echt so mystisch.