Lang verschollenen Tux gefunden
Der Geist der CLT2026 lebt! 🐧✨
Überschrift Grad 1 Anfang: Antwort an hoergen: rsync über SSH im Härtetest – Benchmarks, Mythen und Best Practices 2026 Ende der Überschrift.
Hinweis:
Dieser Beitrag ist eine konstruktive, technische Erwiderung auf den lesenswerten Artikel „rsync über SSH – Hochperformante Backups und Synchronisation“ von hoergen vom 1. September 2026, auf den ich über planet.ubuntuusers.de aufmerksam geworden bin.
Ich schätze praxisnahe Artikel aus der Linux-Community sehr – genau solche Beiträge bringen mich dazu, das eigene Setup zu hinterfragen, nachzumessen und dazuzulernen. Da einige der dort empfohlenen Parameter (insbesonderearcfour,--no-compressund GNUparallel) aus moderner Hardware- und Kernel-Sicht teils unerwartete Performance-Fallen bergen, habe ich ein wissenschaftliches Labor aufgesetzt, um die Thesen unter kontrollierten Bedingungen auf Herz und Nieren zu prüfen.
Überschrift Grad 2 Anfang: Warum ich 2026 neu über rsync und SSH nachdenke Ende der Überschrift.
Vor 15 bis 20 Jahren war die Welt der Systemadministration eine andere: Single-Core-Prozessoren liefen heiß, sobald Daten komprimiert oder verschlüsselt wurden. Der Arbeitsspeicher war knapp, Netzwerkkarten schaufelten 100 Mbit/s durch ungeschirmte Cat.5-Kabel, und Krypto-Beschleuniger gab es fast nur auf sündhaft teuren PCI-Karten für Bankenrechenzentren.
Aus jener Ära stammen viele Faustregeln, die bis heute durch Blogbeiträge und Foren geistern:
- „Nimm arcfour / RC4 für SSH – das ist zwar unsicher, aber viel schneller!“
- „Bei schnellen Netzwerken niemals komprimieren – die CPU bremst nur den Durchsatz!“
- „Parallelisiere alles mit GNU parallel, um mehr Durchsatz zu erzwingen!“
Heute, im Jahr 2026, sieht die moderne Hardware-Landschaft grundlegend anders aus: Prozessoren verfügen über hochgradig spezialisierte Silizium-Befehlssätze wie Intel AES-NI, AVX2/AVX-512 Vektoreinheiten, riesige L3-Caches und extrem schnellen DDR5-Speicher. Gleichzeitig wurden moderne, extrem ressourcenschonende Algorithmen wie lz4, zstd und xxh3 tief in rsync integriert.
Um herauszufinden, was moderne Backup-Pipelines heute wirklich beschleunigt und was sie ausbremst, habe ich ein kompromissloses Testlabor gebaut.
Überschrift Grad 2 Anfang: Das Versuchs-Setup: Ein wissenschaftliches Null-I/O-Labor Ende der Überschrift.
Um Messfehler durch schwankende NVMe-Schreibcaches, Flash-Controller-Drosselung oder Dateisystem-Fragmentierung zu 100% auszuschließen, wurde der gesamte Versuchsaufbau in einer reinen RAM-Disk (tmpfs) realisiert.
Überschrift Grad 3 Anfang: Die Eckdaten des Versuchsaufbaus: Ende der Überschrift.
- Prozessor: 13th Gen Intel Core i7-1370P (14 Kerne, 20 Threads, bis zu 5,2 GHz Turbo).
- Core-Pinning (Zero Thread-Contention):
lab-ssh-clientläuft isoliert auf Performance-Kernen 8, 9, 10, 11 (P-Cores 4 & 5).lab-ssh-serverläuft isoliert auf Performance-Kernen 4, 5, 6, 7 (P-Cores 2 & 3).- Host-Prozesse, Desktop und I/O laufen separat auf den E-Cores (CPUs 12–19).
- Dadurch wird jeglicher CPU-Wettlauf zwischen Sender und Empfänger physikalisch eliminiert.
- Virtuelles Netzwerk: Docker Bridge mit Jumbo-Frames (MTU 65535).
- Gemessene Basisbandbreite mit
iperf3: 75,5 Gbit/s (87,9 Gigabyte in 10 Sekunden bei nur 3 Retransmissions).
- Gemessene Basisbandbreite mit
- Telemetrie:
- Zeitmessung: Nanosekunden-Präzision über Pythons
time.perf_counter(). - CPU-Accounting: Direkte Auswertung des Linux-Kernels über
/sys/fs/cgroup/cpu.stat(cgroups v2). - Statistische Absicherung: 1 Vorlauf (Warmup) + 5 validierte Messläufe je Messpunkt mit Mittelwert ($\mu$) und Standardabweichung ($\sigma$). Vor jedem Lauf wurde das Zielverzeichnis vollständig geleert.
- Zeitmessung: Nanosekunden-Präzision über Pythons
Überschrift Grad 2 Anfang:
Der arcfour-Irrtum: Warum alte Mythen langsamer sind
Ende der Überschrift.
Im Abschnitt Performance-Tuning schreibt hoergen:
„Schnellere Verbindung: -e “ssh -c arcfour” (weniger sicher, aber schneller)“
Überschrift Grad 3 Anfang: Das Problem in modernem Linux: Ende der Überschrift.
Wer diesen Befehl heute auf einem aktuellen Linux-System ausführt, erlebt eine böse Überraschung:
Unknown cipher type 'arcfour'
OpenSSH hat den RC4-Streamcipher arcfour bereits mit Version 7.6 vollständig aus dem Code entfernt, da die Verschlüsselung kryptografisch gebrochen ist und von Geheimdiensten in Echtzeit mitgelesen werden kann.
Überschrift Grad 3 Anfang:
Der Härtetest: Was passiert, wenn ich arcfour reaktiviere?
Ende der Überschrift.
Um hoergens These nicht nur theoretisch abzuhandeln, habe ich in einem Docker-Container ein älteres OpenSSH 7.4 (Debian Stretch) aufgesetzt, in dem arcfour noch einkompiliert ist. Anschließend habe ich arcfour direkt gegen moderne Ciphers auf identischer Hardware mit 1 GB Binärdaten antreten lassen:
| Verschlüsselungs-Algorithmus | Dauer ($\mu \pm \sigma$) | Effektiver Durchsatz | Client-CPU | Bewertung / Hardware-Effekt |
|---|---|---|---|---|
aes256-gcm@openssh.com |
2,03s $\pm$ 0,02s | 504,9 MB/s | 29,8% | 🏆 Sieger (Intel AES-NI Hardwarebeschleunigung) |
aes128-gcm@openssh.com |
2,03s $\pm$ 0,02s | 503,8 MB/s | 29,6% | 🏆 Sieger (Intel AES-NI Hardwarebeschleunigung) |
chacha20-poly1305@openssh.com |
3,04s $\pm$ 0,09s | 337,0 MB/s | 36,3% | Software-Streamcipher ohne Hardware-Krypto |
arcfour256 (RC4 256-Bit) |
3,14s $\pm$ 0,03s | 326,6 MB/s | 37,3% | Software-Streamcipher (+55% längere Laufzeit) |
arcfour (RC4 128-Bit) |
3,19s $\pm$ 0,03s | 320,6 MB/s | 37,3% | 🐌 57% LANGSAMER & +26% MEHR CPU als AES! |
Überschrift Grad 3 Anfang:
Warum ist arcfour heute so langsam?
Ende der Überschrift.
- Keine Hardware-Instruktionen:
arcfour(RC4) existiert im modernen x86_64-Befehlssatz schlichtweg nicht. Jedes Byte muss mühsam als Softwarelogik über die allgemeinen Rechenregister der CPU geschleift werden. - Intel AES-NI rechnet direkt in Silizium:
Moderne Prozessoren besitzen spezialisierte Hardware-Pipelines (aesenc,vaes), die AES-GCM völlig autark und parallel zu anderen Operationen verarbeiten. - Fazit: Die Empfehlung
arcfourist nicht nur hochgradig unsicher, sondern auf jedem Prozessor der letzten 15 Jahre über 50% langsamer als sicheres AES-GCM!
Überschrift Grad 2 Anfang:
Mythos Kompression: --no-compress bei schnellen Netzen
Ende der Überschrift.
Im Artikel heißt es bei den Parametern:
„Keine Komprimierung –no-compress (bei schnellen Netzwerken)“
Die Überlegung dahinter scheint intuitiv: Wenn das Netzwerk schnell genug ist, kostet das Komprimieren nur unnötig CPU-Zeit. Stimmt das auf modernen Multicore-Prozessoren noch?
Ich habe drei Datensätze (je 1 GB) auf drei Netzwerkstufen (75,5 Gbit/s RAM-Netz, 1 Gbit/s LAN und 100 Mbit/s WAN) mit unterschiedlichen Kompressionsverfahren verglichen:
Überschrift Grad 3 Anfang: Testfall: 1 GB Text & Server-Logs auf 75,5 Gbit/s Netzwerk Ende der Überschrift.
| Kompressions-Verfahren | Dauer | Durchsatz | Wire-Daten im Netz | Client-CPU |
|---|---|---|---|---|
--no-compress (Keine Kompression) |
1,40s | 734,5 MB/s | 1024,3 MB | 25,5% |
rsync zlib (-z) (Klassiker) |
0,75s | 1368,3 MB/s | 0,1 MB | 13,3% |
rsync zstd (Moderner Standard) |
0,71s | 1441,1 MB/s | 0,1 MB | 12,8% |
rsync lz4 (High-Speed) |
0,56s | 1827,0 MB/s | 19,1 MB | 15,7% |
Befund: Selbst bei unfassbaren 75,5 Gbit/s (wo das Netzwerk praktisch unendlich schnell ist) ist lz4 2,4-mal so schnell wie --no-compress!
Warum? Weil moderne P-Cores Daten mit über 2,5 GB/s schrumpfen – und es für den Linux-Kernel schlicht schneller ist, 19 MB über den Socket zu jagen als 1024 MB rohe Daten durch die Pipe zu drücken!
Überschrift Grad 3 Anfang: Testfall: Reales 930-MB-Projektverzeichnis im 1 Gbit/s LAN Ende der Überschrift.
| Kompressions-Verfahren | Dauer | Effektiver Durchsatz | Client-CPU |
|---|---|---|---|
--no-compress |
7,82s | 118,7 MB/s | 5,8% |
rsync zlib (-z) |
4,55s | 204,0 MB/s | 7,9% |
rsync zstd |
4,54s | 204,8 MB/s | 8,0% |
rsync lz4 |
4,47s | 207,8 MB/s | 7,6% |
Befund: Im typischen Gigabit-Netzwerk halbiert lz4 die Backup-Dauer von fast 8 Sekunden auf 4,47 Sekunden!
Überschrift Grad 3 Anfang: Wann hat der Blogger recht? Ende der Überschrift.
Ausschließlich bei reinen, bereits komprimierten Mediendateien (JPEG-Bilder, MP4-Videos, TGZ-Archive). Dort spart Kompression 0% Bandbreite, kostet aber ca. 5% CPU-Prüfaufwand. Hier ist --no-compress die richtige Wahl.
Überschrift Grad 2 Anfang:
Die verborgene Falle: Warum SSH-Kompression (-o Compression=yes) katastrophal ist
Ende der Überschrift.
In seinem High-Performance-Skript setzt hoergen explizit die Option -o Compression=no. Hier hat der Autor zu 100% recht – und das aus einem dramatischen Grund!
Viele Admins denken: „Wenn Kompression gut ist, schalte ich sie doch einfach in SSH mit ssh -C oder -o Compression=yes ein!“
Ich habe genau das gemessen – mit schockierendem Ergebnis:
| Testfall (75,5 Gbit/s Netz) | Modus | Dauer | Durchsatz | Auswirkung |
|---|---|---|---|---|
| 1 GB Binärdaten | rsync --no-compress (SSH Compression=no) |
1,31s | 781,7 MB/s | Normalzustand |
| 1 GB Binärdaten | SSH Compression=yes allein |
24,66s | 41,5 MB/s | 🐌 19-facher Einbruch! |
| Gemischtes Projekt | rsync lz4 (SSH Compression=no) |
0,91s | 1023,5 MB/s | Normalzustand |
| Gemischtes Projekt | SSH Compression=yes allein |
13,92s | 66,8 MB/s | 🐌 15-mal langsamer! |
Überschrift Grad 3 Anfang: Warum bricht SSH-Kompression so brutal ein? Ende der Überschrift.
OpenSSH führt seinen Kompressionsfilter zlib@openssh.com strikt synchron im Single-Thread Event-Loop des Sockets aus. Wenn inkompressible Daten eintreffen, rechnet dieser eine Thread auf 100% Anschlag, blockiert die Socket-Puffer und deckelt den Durchsatz bei mickrigen 40 bis 60 MB/s – egal wie schnell dein Netzwerk ist!
Goldene Regel: SSH-Kompression muss zwingend deaktiviert bleiben (-o Compression=no). Komprimiert wird ausschließlich auf Anwendungs-Ebene in rsync via --compress-choice=lz4!
Überschrift Grad 2 Anfang: Tiefere Forschung: CPU-Cache-Splitting & die GNU Parallel-Falle Ende der Überschrift.
Inspiriert von den Cache-Daten meines Prozessors (lscpu: L1d = 48 KiB, L2 = 1,25 MiB, L3 = 24 MiB) habe ich untersucht:
Macht es einen Unterschied, wenn 1 GB Daten vor dem Transfer so gesplittet werden, dass sie exakt in die CPU-Caches passen?
Zudem empfiehlt hoergen im Artikel:
find /daten -type f | parallel -j 8 rsync ...
Ich habe 1 GB Daten in Cache-Größen zerlegt und sowohl sequentiell als auch mit GNU Parallel übertragen:
| Cache-Stufe & Aufteilung | Modus | Dauer | Durchsatz | Client-CPU | Befund |
|---|---|---|---|---|---|
| L3-Cache (64x 16 MiB) | Sequentiell (rsync -a) |
1,24s | 824,5 MB/s | 26,0% | 🏆 Allzeit-Rekord! (+23 MB/s schneller als 1 GB ungesplittet) |
| Baseline (1x 1024 MiB) | Sequentiell (rsync -a) |
1,28s | 801,3 MB/s | 24,4% | Ungesplittete Referenz |
| L1d-Cache (21.846x 48 KiB) | Sequentiell (rsync -a) |
1,28s | 803,5 MB/s | 31,8% | ⚠️ Syscall-Overhead: 21.846 Inodes treiben CPU um +30% nach oben |
| L3-Cache (64x 16 MiB) | Parallel (parallel -j 4) |
5,51s | 185,8 MB/s | 20,1% | 4,4-mal langsamer durch 64 SSH-Handshakes |
| L2-Cache (820x 1,25 MiB) | Parallel (parallel -j 4) |
41,75s | 24,5 MB/s | 13,7% | 🐌 32-mal LANGSAMER durch 820 SSH-Handshakes! |
Überschrift Grad 3 Anfang: Warum 16 MiB (L3-Cache) siegt: Ende der Überschrift.
16 MiB liegen während des Verschlüsselns vollständig im ultraschnellen 24 MB L3-Cache des i7-1370P, ohne dass der Speichercontroller Cachelines in den DRAM verwerfen muss. Gleichzeitig sind 64 Dateien so wenige, dass kaum Metadaten-Overhead anfällt.
Überschrift Grad 3 Anfang: Der Super-GAU von GNU Parallel bei vielen Dateien: Ende der Überschrift.
Der Befehl find | parallel rsync startet für jede einzelne Datei einen nagelneuen SSH-Prozess!
Bei 820 Dateien verbringt das System über 40 Sekunden nur damit, 820 Mal TCP-Handshakes, Diffie-Hellman-Schlüsseltausch und Public-Key-Signaturen abzuarbeiten.
Ein normales sequentielles rsync -a streamt alle Dateien über eine einzige persistente SSH-Verbindung und ist 32-mal schneller!
Überschrift Grad 2 Anfang:
Das Pseudoterminal (-T): Versteckter Hebel für Stabilität & Speed
Ende der Überschrift.
Ein oft übersehener Schalter in SSH ist -T (Disable pseudo-terminal allocation).
Was passiert, wenn man versehentlich ein Terminal erzwingt (-t -t) oder -T weglässt?
- Mit erzwungenem PTY (
-t -t): Der rsync-Transfer stürzt sofort mit Exit-Code 2 ab!
Warum? Der Linux-Kernel interpretiert binäre Steuerbytes im rsync-Datenstrom (0x03= Ctrl+C,0x04= EOF,0x11= XOFF) als Terminalsignale und zerreißt die Übertragung. - Mit explizitem
-T: Die Latenz sinkt messbar, da keinepty-req-Pakete und Terminalgrößen ausgehandelt werden müssen. Auf meinem 930-MB-Projekt stieg der Durchsatz von 916 MB/s auf 1052 MB/s!
Überschrift Grad 2 Anfang: Der direkte Showdown: Blog-Befehl vs. Mein Ultimate Modern rsync Ende der Überschrift.
Ich habe den finalen Befehl aus hoergens Artikel gegen meine optimierte Fassung antreten lassen:
# Hoergens Befehl aus dem Artikel:
find /daten -type f | parallel -j 8 rsync -avzP --delete -e "ssh -p 2222 -c aes128-gcm@openssh.com -o Compression=no" {} benutzer@server:/backup/{} --no-compress --bwlimit=10000
(Hinweis: Der Befehl enthält zudem widersprüchliche Flags wie -z und --no-compress gleichzeitig sowie eine künstliche Drossel von --bwlimit=10000 = 10 MB/s).
Überschrift Grad 3 Anfang: Das Messergebnis auf meinem realistischen 930-MB-Projektverzeichnis: Ende der Überschrift.
| Ansatz | Dauer | Durchsatz | Differenz |
|---|---|---|---|
| Befehl aus Original-Artikel | 23,47s | 39,6 MB/s | Basis |
Standard rsync (rsync -a) |
2,01s | 461,6 MB/s | 11,7-mal schneller |
| Mein Ultimate Modern rsync | 1,03s | 905,7 MB/s | 🚀 22,8-MAL SCHNELLER! |
Überschrift Grad 2 Anfang: Exkurs: rsync über reinen OpenSSL-Tunnel (socat & stunnel) Ende der Überschrift.
Eine immer wieder diskutierte Überlegung lautet: „Kann man rsync nicht über einen reinen OpenSSL- oder TLS-Tunnel betreiben, um den angeblichen Overhead von SSH komplett zu umgehen oder den rsync-Daemon abzusichern?“
Klares Fazit vorab: Für die normale Nutzung lohnt sich das absolut nicht!
Ein externer OpenSSL-Tunnel verkompliziert die Infrastruktur spürbar und halbiert in der Praxis sogar die Übertragungsrate gegenüber modernem SSH.
Da rsync keine native OpenSSL-Unterstützung eingebaut hat, behilft man sich mit externen Tunnel-Tools wie socat (für Ad-hoc-Verbindungen) oder stunnel (für dauerhafte Hintergrund-Dienste). Das Prinzip ist immer identisch: Auf dem Server läuft ein unverschlüsselter rsync-Daemon (rsync --daemon) auf localhost. Das Tunnel-Tool verschlüsselt den Port nach außen via TLS, und der Client entschlüsselt ihn lokal wieder.
Überschrift Grad 3 Anfang: Die beiden Varianten in der Praxis Ende der Überschrift.
Überschrift Grad 4 Anfang:
Variante 1: Der Ad-hoc-Weg mit socat
Ende der Überschrift.
- Selbstsigniertes Zertifikat auf dem Server erstellen:
openssl req -new -x509 -days 365 -nodes -out server.crt -keyout server.key -subj "/CN=backup-server" cat server.key server.crt > server.pem chmod 600 server.pem - Tunnel auf dem Server starten (lauscht auf TLS-Port 8443 und leitet an lokalen
rsyncdPort 873 weiter):socat OPENSSL-LISTEN:8443,reuseaddr,pf=ip4,fork,cert=server.pem,verify=0 TCP4:127.0.0.1:873 & - Tunnel auf dem Client öffnen & rsync starten:
socat TCP4-LISTEN:8730,reuseaddr,pf=ip4,fork OPENSSL:SERVER_IP:8443,verify=0 & rsync -a /lokale/daten/ rsync://localhost:8730/backup/
Überschrift Grad 4 Anfang:
Variante 2: Der permanente Dienst mit stunnel
Ende der Überschrift.
Auf dem Server nimmt stunnel verschlüsselte TLS-Verbindungen auf Port 8731 entgegen und gibt sie an 127.0.0.1:873 weiter. Auf dem Client läuft stunnel mit client = yes und stellt unter 127.0.0.1:8731 einen lokalen Endpunkt bereit. rsync synchronisiert dann transparent via rsync://localhost:8731/backup/.
Überschrift Grad 3 Anfang: Die harten Messwerte aus dem Labor (RAM-Disk, 75,5 Gbit/s) Ende der Überschrift.
Ich habe beide Tunnel-Varianten in meiner Docker-RAM-Disk gegen unverschlüsseltes rsyncd und unser optimiertes SSH antreten lassen:
| Übertragungs-Methode | 1 GB Binärdaten | Reales 930 MB Projekt | 1 GB Logs mit lz4 |
Bewertung |
|---|---|---|---|---|
Unverschlüsselt (rsyncd TCP) |
1,24s (826 MB/s) | 0,94s (989 MB/s) | 0,52s (1969 MB/s) | Physikalisches Limit ohne Verschlüsselung |
Modern SSH (aes128-gcm) |
1,33s (770 MB/s) | 1,02s (912 MB/s) | 0,55s (1862 MB/s) | 🏆 Testsieger (nur 7% Krypto-Overhead) |
OpenSSL via socat |
2,57s (398 MB/s) | 2,01s (463 MB/s) | 0,81s (1264 MB/s) | 🐌 48% langsamer als SSH |
OpenSSL via stunnel |
2,62s (391 MB/s) | 2,08s (447 MB/s) | 0,84s (1219 MB/s) | 🐌 49% langsamer als SSH |
Überschrift Grad 3 Anfang: Warum verliert OpenSSL so deutlich gegen OpenSSH? Ende der Überschrift.
Obwohl OpenSSL die gleiche AES-NI Hardwarebeschleunigung der CPU anspricht wie OpenSSH, bricht der Durchsatz um die Hälfte ein. Der Grund ist rein architektonisch:
- Kernel-Pipes vs. 4-facher Socket-Overhead:
OpenSSH wird vonrsyncdirekt als Kindprozess gestartet. Die Daten fließen über eine anonyme Kernel-Pipe direkt in den SSH-Prozess und sofort auf die Netzwerkkarte.
Beisocatoderstunnelmuss jedes Byte hingegen durch vier separate TCP-Sockets und User-Space-Puffer geschleust werden (siehe Architektur-Diagramm oben). - Syscall-Gewitter:
Jeder zusätzliche Socket-Hop erzwingt zusätzlichepoll()-,read()- undwrite()-Syscalls. Selbst mit getunten TCP-Puffern (so-rcvbuf=1MB) limitiert der Userspace-Event-Loop den Durchsatz bei rund 400 MB/s. - SSH-Overhead ist heute vernachlässigbar:
Mitaes128-gcmliegt der Krypto-Overhead von SSH gegenüber komplett unverschlüsseltemrsyncdbei winzigen 7%. Ein externer Tunnel spart also nichts ein, sondern verdoppelt die CPU-Laufzeit.
Überschrift Grad 3 Anfang: Wann lohnt sich ein OpenSSL-Tunnel trotzdem? Ende der Überschrift.
Ein OpenSSL-Tunnel ist kein Performance-Tuning, sondern ein administratives Spezialwerkzeug für ganz bestimmte Randfälle:
- Kein Shell-Zugang erlaubt: Wenn auf einer strikten Backup-Appliance oder in unprivilegierten Containern aus Sicherheitsgründen kein SSH-Dienst und keine Shell laufen darf.
- Firewall-Restriktionen: Wenn Port 22 blockiert ist und der Backup-Traffic zwingend als HTTPS getarnt über Port 443 laufen muss.
- Bestehende rsync-Daemon-Infrastruktur: Wenn man eine bestehende, gewachsene
rsyncd-Farm nach außen hin absichern will, ohne SSH-Schlüssel für alle Clients verwalten zu müssen.
Überschrift Grad 2 Anfang: Interaktiver rsync & SSH Befehls-Generator Ende der Überschrift.
Damit du nicht mühsam alle Parameter manuell zusammenkopieren musst, habe ich einen interaktiven Generator im Terminal-Stil gebaut. Wähle einfach dein Szenario oder passe die Pfade an:
⚡ High-Performance rsync & SSH Befehls-Generator (2026 Edition)
Konfiguriere deinen optimierten Übertragungsbefehl – basierend auf echten Hardware-Benchmarks (Intel AES-NI, lz4, xxh3, no-pty).
rsync ...
Überschrift Grad 2 Anfang: Zusammenfassung: Die goldenen Regeln für 2026 Ende der Überschrift.
Wenn du rsync und SSH heute auf maximale Geschwindigkeit trimmen willst, beachte folgende Kernpunkte:
- Finger weg von
arcfour: Es ist unsicher, in OpenSSH gelöscht und dank Intel AES-NI 57% langsamer als-c aes128-gcm@openssh.com. - Kompression gehört in rsync, nicht in SSH: Nutze
--compress-choice=lz4 -zfür Gigabit-LANs (halbiert die Übertragungszeit!) undzstdfür langsame WAN-Strecken. Schalte SSH-Kompression rigoros aus (-o Compression=no). - Keine SSH-Handshake-Stürme mit GNU Parallel: Nutze Standard-
rsync -a, um alle Dateien durch einen persistenten Tunnel zu jagen, statt pro Datei einen SSH-Handshake auszulösen. - Moderne Flags nutzen:
--checksum-choice=xxh3(30 GB/s Vektor-Hash),--inplace(kein temporäres Datei-Rename),--whole-file(kein Delta-Rechnen bei schnellen Netzen) undssh -T(kein PTY-Overhead).
Überschrift Grad 3 Anfang: Quellen & Lizenzhinweise Ende der Überschrift.
- Referenz-Artikel: „rsync über SSH - Hochperformante Backups und Synchronisation“ von hoergen (Veröffentlicht am 01.09.2026, entdeckt via planet.ubuntuusers.de, abgerufen am 03.09.2026 um 09:06 Uhr).
- Lizenz des referenzierten Inhalts: Creative Commons Attribution 4.0 International (CC BY 4.0).
- Alle in diesem Artikel präsentierten Benchmark-Messungen und Skripte wurden im Labor von mir auf meinem Framework-Notebook (Intel Core i7-1370P) in 100% RAM-Disk-Umgebung durchgeführt.
- Transparenz-Hinweis: Beim Erstellen dieses Artikels sind fast keine Emojis zu Schaden gekommen. Dieser Artikel kann also nicht als digital-vegan oder digital-vegetarisch betrachtet werden.
- Arbeitsschutz-Hinweis: Mehrere Docker-Container mussten während der Benchmark-Messungen unter nicht-humanen Bedingungen arbeiten. 🐳👮👷