Lang verschollenen Tux gefunden
Der Geist der CLT2026 lebt! 🐧✨
Überschrift Grad 1 Anfang: ZWO Seestar S30 Pro im Test: Sonnenbeobachtung & Sonnenflecken Ende der Überschrift.
In meinem ersten Blog-Beitrag zum Seestar S30 Pro hatte ich das “First Light” unter nächtlichem Himmel dokumentiert. Ein wichtiges Zubehörteil blieb bei dieser ersten nächtlichen Session jedoch zwangsläufig unberührt in der Tragetasche liegen: der Sonnenfilter.
Am Nachmittag des 14. Juli 2026 zeigte sich das Wetter endlich von seiner sonnigen Seite, sodass ich die Gelegenheit nutzen konnte, das Smart-Teleskop im Tagbetrieb zu testen und einen Blick auf unser Zentralgestirn zu werfen.
Überschrift Grad 2 Anfang: Wichtiger Sicherheitshinweis vorab Ende der Überschrift.
Die Beobachtung der Sonne birgt extreme Risiken. Richtet man ein Teleskop ohne geeigneten Schutz auf die Sonne, führt die gebündelte Energie im Bruchteil einer Sekunde zur Zerstörung des Kamerasensors (und beim direkten Blick mit dem Auge zur Erblindung). Das Seestar S30 Pro besitzt ein hochempfindliches Dual-Kamera-System (Sony IMX585 & IMX586). Ohne Filter würde die Optik den Sensor buchstäblich wegschmelzen.
Überschrift Grad 2 Anfang: Der Sonnenfilter: Einfach und magnetisch Ende der Überschrift.
ZWO liefert mit dem Seestar S30 Pro einen kompakten Sonnenfilter mit. Der Filter selbst besteht aus einer sicheren Dämpfungsfolie, die in einer runden Kunststofffassung sitzt.
Besonders gut gefällt mir die mechanische Umsetzung: Die Fassung wird nicht aufgeschraubt oder per Klemmring befestigt, sondern besitzt eine magnetische Halterung. Man hält den Filter einfach vor das Objektiv des Seestar, und er schnappt präzise und absolut fest in die vorgesehene Position. Das hat zwei entscheidende Vorteile:
- Der Filter lässt sich in Sekundenbruchteilen sicher anbringen und wieder abnehmen.
- Es gibt keine mechanische Belastung oder Reibung am Gehäuse, die das Teleskop verstellen oder zerkratzen könnte.
Überschrift Grad 2 Anfang: Aufbau und Ausrichtung am Tag Ende der Überschrift.
Der Aufbau am Tag gestaltet sich ähnlich unkompliziert wie in der Nacht. Dieses Mal habe ich allerdings das kleine Stativ aus dem Lieferumfang des Seestar genutzt und das Teleskop relativ bodennah aufgebaut. Nach dem Einschalten und Verbinden mit der Seestar-App wählt man den Solar-Modus (Sonnen-Modus).
Bevor das Teleskop überhaupt eine Bewegung macht, blendet die App eine unübersehbare Sicherheitswarnung ein, die den Nutzer auffordert, den Sonnenfilter anzubringen. Erst nach der Bestätigung geht es weiter.
Da das Teleskop am Tag keine Sterne zur Orientierung nutzen kann, verlässt es sich beim Anfahren auf seinen internen Kompass und die GPS-Daten des Smartphones.
- Automatisches Anfahren per Kompass: Nach dem Start des Solar-Modus versucht das Seestar, die Sonne vollautomatisch mithilfe des internen Kompasses anzuvisieren. In der Theorie klingt das super – in der Praxis war die Ausrichtung bei meinem ersten Versuch allerdings weit daneben. Der Kompass des Teleskops scheint anfällig für Störungen zu sein (möglicherweise durch metallische Gegenstände in der Nähe oder weil er noch nicht kalibriert war).
- Neustart zur Re-Initialisierung: Statt nun mühsam manuell über das virtuelle Steuerkreuz in der App nach der Sonne zu suchen, habe ich das Teleskop einfach kurz neu gestartet. Nach diesem Neustart und dem erneuten Verbinden hat sich der Kompass offenbar wieder gefangen: Bei der zweiten Aktivierung des Solar-Modus fuhr das Seestar die Sonne direkt und präzise an.
- Einrasten & Tracking: Sobald die Sonne im Sichtfeld des Sensors auftauchte, erfasste die Software die helle Sonnenscheibe, zentrierte sie automatisch und startete das kontinuierliche Tracking. Ab diesem Moment lief die Nachführung absolut stabil – die Sonne blieb fest in der Mitte des Bildschirms fixiert.
Überschrift Grad 2 Anfang: Die Ergebnisse: Sonnenflecken im Visier Ende der Überschrift.
Während meines Tests am späten Nachmittag des 14. Juli konnte ich zwei schöne Aufnahmen machen, die gut demonstrieren, was mit dem Seestar S30 Pro möglich ist.
Überschrift Grad 3 Anfang: Detailaufnahme mit Digitalzoom (17:34 Uhr) Ende der Überschrift.
Bei der ersten Aufnahme habe ich den digitalen Zoom in der App genutzt, um ein bestimmtes Detail am Sonnenrand näher heranzuholen.
Hier zeigt sich am rechten Rand (südwestlicher Sonnenrand) eine sehr ausgeprägte, aktive Sonnenfleckengruppe. Nach einem Abgleich mit aktuellen Weltraumwetterdaten handelt es sich dabei um die aktive Region AR4485. Diese rotierte zum Aufnahmezeitpunkt gerade über den westlichen Horizont der Sonne aus unserem Sichtfeld heraus. Deutlich erkennbar ist der dunkle Kernbereich (die Umbra) sowie der etwas hellere, faserige Hof (die Penumbra). Weiter links im Bild (Richtung Mitte) ist eine weitere, etwas schwächere Struktur zu erkennen.
Überschrift Grad 3 Anfang: Die gesamte Sonnenscheibe (17:40 Uhr) Ende der Überschrift.
Wenige Minuten später habe ich eine Aufnahme ohne Zoom gemacht, um die Sonne als Ganzes abzubilden.
Ohne den digitalen Zoom steht die kreisrunde Sonnenscheibe scharf abgegrenzt vor dem tiefschwarzen Hintergrund des Weltalls. Auf dieser Übersichtsaufnahme sind die größeren Flecken (unter anderem die Region AR4482 im oberen Bereich) weiterhin gut als dunkle Punkte auf der ansonsten gleichmäßig hellen Photosphäre zu erkennen.
Überschrift Grad 2 Anfang: Wissenschaftlicher Exkurs: Was sind Sonnenflecken? Ende der Überschrift.
Die dunklen Flecken auf der Sonne sind keine Löcher, sondern ein faszinierendes Zusammenspiel von Magnetismus und Thermodynamik:
- Starke Magnetfelder: Im Inneren der Sonne steigt heißes Plasma durch Konvektion nach oben, kühlt ab und sinkt wieder nach unten. An manchen Stellen sind die lokalen Magnetfelder jedoch so stark, dass sie diesen vertikalen Plasmatransport (die Konvektion) blockieren.
- Temperaturunterschied: Weil an diesen blockierten Stellen kein frisches, heißes Plasma nachströmen kann, kühlen sie ab. Während die normale Sonnenoberfläche (Photosphäre) rund 5.500 °C heiß ist, liegt die Temperatur im Zentrum eines Sonnenflecks (Umbra) bei “nur” etwa 3.800 °C.
- Der Helligkeitskontrast: Da kühlere Gase weniger Licht aussenden, wirken diese Regionen im direkten Kontrast zur extrem hellen Umgebung schwarz. Würde man einen einzelnen Sonnenfleck isoliert an den Nachthimmel setzen, würde er dennoch heller leuchten als der Vollmond!
- Aktivitätszyklus: Die Anzahl der Sonnenflecken schwankt in einem ca. 11-jährigen Rhythmus. Da wir uns im Jahr 2026 mitten im Maximum des aktuellen Sonnenfleckenzyklus 25 befinden, ist die Sonne derzeit besonders aktiv und bietet fast täglich spektakuläre Fleckengruppen zur Beobachtung an.
Überschrift Grad 3 Anfang: Auswirkung auf den Amateurfunk Ende der Überschrift.
Als Amateurfunker (Rufzeichen DO3EET) verfolge ich die Sonnenaktivität natürlich nicht nur aus optischem Interesse. Sonnenflecken haben einen direkten und spürbaren Einfluss auf unser Hobby:
- Bessere Ausbreitungsbedingungen: Die starke ultraviolette Strahlung, die mit Sonnenflecken einhergeht, ionisiert die F-Schicht der Erdatmosphäre (Ionosphäre). Eine dichter ionisierte Ionosphäre reflektiert Kurzwellensignale viel besser zurück zur Erde.
- DX auf den oberen Bändern: Während des aktuellen solaren Maximums öffnen sich die höheren Bänder (wie 10m, 12m und 15m) regelmäßig für weltweite Verbindungen (DX) mit geringer Sendeleistung.
- Kehrseite – Radio Blackouts: Sehr aktive Sonnenfleckengruppen können solare Flares (Strahlungsausbrüche) erzeugen. Treffen diese auf die Erde, kann dies zu plötzlichen Ionosphärenstörungen (SID) und kompletten Funkstille-Phasen (Radio Blackouts) auf der Tagseite führen.
Überschrift Grad 2 Anfang: Fazit Ende der Überschrift.
Der Test des Sonnenfilters hat mich begeistert. Die Kombination aus der sicheren und unkomplizierten magnetischen Halterung des Filters und der intelligenten Sonnen-Suche in der App macht die Sonnenbeobachtung mit dem ZWO Seestar S30 Pro zu einem kinderleichten und absolut sicheren Erlebnis. Egal ob für die schnelle Beobachtung zwischendurch oder zur Vorbereitung auf astronomische Highlights wie Finsternisse – das System funktioniert hervorragend.
Hinweis: Am 12. August 2026 steht uns übrigens eine partielle Sonnenfinsternis bevor, die auch in Deutschland mit hoher Abdeckung sichtbar sein wird. Mit dem Seestar S30 Pro und dem Sonnenfilter ist man dafür bestens vorbereitet!
Habt ihr auch schon Erfahrungen mit der Sonnenbeobachtung gemacht oder konntet ihr die Sonnenflecken der letzten Wochen mit eurem Setup einfangen? Schreibt es mir gerne in die Kommentare!