Lang verschollenen Tux gefunden
Der Geist der CLT2026 lebt! 🐧✨
Überschrift Grad 1 Anfang: Messier 31: Andromeda-Galaxie im Mosaik-Modus Ende der Überschrift.
Die Astrofotografie aus den eigenen vier Wänden erfordert manchmal kreative Lösungen. Zwar stehen mir zu Hause ein Garten und ein Hof zur Verfügung, allerdings birgt der unbeaufsichtigte Aufbau von wertvollem Equipment im Freien über mehrere Stunden hinweg immer ein gewisses Diebstahlrisiko. Die Beobachtung direkt aus dem Dachfenster ist hier deutlich sicherer.
Um das Seestar S30 Pro stabil, kippsicher und schonend am Dachfenster zu positionieren, habe ich mir eine individuelle Halterung gebaut – eine Art „Tisch“ ohne Tischplatte:
- Material & Profil: Die Konstruktion besteht aus Aluminium-Nutprofilen (Nut 6) in den Außenmaßen 20 × 20 mm. (Hinweis: Von dem Gestell liegt aktuell leider kein Foto vor.)
- Unterschiedliche Beinlängen: Der „Tisch“ ist mit unterschiedlich langen Beinen ausgestattet, um die Geometrie und die Neigung der Dachschräge optimal auszugleichen.
- Die „Klaue“ fürs Dachfenster: Zwei 10 cm lange Beine dienen als eine Art Klaue bzw. Haken. Dadurch greift die Konstruktion sicher in den Dachfensterrahmen und hält das Gestell stabil in Position.
- Rahmenschutz im DIY-Stil: Damit das Aluminiumprofil den Rahmen des Dachfensters nicht zerkratzt, ist jedes Klauenbein sorgfältig geschützt: Zuerst mit einem alten Stofftaschentuch umwickelt und anschließend mit einer alten Socke überzogen.
- Teleskop-Befestigung: An einer Oberkante ist ein Adapter montiert, der von einer M6-Schraube auf ein standardmäßiges 3/8-Zoll-Stativgewinde übersetzt. Auf diesem 3/8"-Gewinde sitzt das Seestar S30 Pro fest und sicher. (Ein kleiner humorvoller Dank geht an dieser Stelle an die Audiotechnik-Hersteller: Ohne die Bühnen- und Mikrofonspezialisten gäbe es wohl kaum so praktische Adapter-Schrauben von M6-Industriegewinde auf Fotogewinde!)
Dank dieses Eigenbau-Gestells lässt sich das Smart-Teleskop bequem, diebstahlsicher und ohne Beschädigungen am Dachfenster betreiben. Genau in diesem Setup entstand in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli 2026 ein beeindruckendes Mosaik unserer Nachbargalaxie, der Andromeda-Galaxie (Messier 31).
Überschrift Grad 2 Anfang: Vorbereitung & Kompass-Reboot Ende der Überschrift.
Wie bereits in meinem Testbericht zur Sonnenbeobachtung erwähnt, hat der interne Kompass des Seestar gelegentlich seine eigenen Vorstellungen von der Himmelsrichtung beim allerersten Schwenk. Vor dem eigentlichen M31-Target steuerte ich zuerst kurz den Mond an. Und tatsächlich: Der Kompass lag beim ersten Versuch daneben.
Ein kurzer Neustart des Teleskops löste das Problem sofort. Nach dem Re-Boot war die Orientierung wieder gewohnt präzise. (Das Resultat dieser Mond-Aufnahme könnt ihr euch auf AstroImg anschauen).
Überschrift Grad 2 Anfang: Mosaik-Einrichtung in der Seestar-App Ende der Überschrift.
Das Framing für die Andromeda-Galaxie lässt sich in der Seestar-App hervorragend einstellen. Über das Schieben auf der interaktiven Sternenkarte sowie das Drehen und Zoomen im Framing-Menü lässt sich der gewünschte Mosaik-Ausschnitt extrem intuitiv und präzise festlegen.
Da M31 mit über 3° scheinbarer Ausdehnung am Himmel viel zu groß für den normalen Kamerasensor ist, bot der Mosaik-Modus mit einem erweiterten Sichtfeld von ca. 3,8° × 2,2° die perfekte Möglichkeit, die gesamte Galaxie samt ihrer Begleiter aufzunehmen.
Überschrift Grad 3 Anfang: Filterwahl: IRCUT statt LP Ende der Überschrift.
Bei der Filterauswahl entschied ich mich bewusst für den internen IRCUT-Filter und gegen den LP-Filter (Light Pollution / Schmalband). Da Galaxien Kontinuumsstrahler bzw. Breitband-Objekte sind, die Licht über das gesamte sichtbare Spektrum aussenden, würde ein Lichtverschmutzungsfilter zu viel wertvolles Licht der Galaxienarme abschneiden.
Überschrift Grad 2 Anfang: Beobachtungsbedingungen & Akku-Performance Ende der Überschrift.
Die Rahmenbedingungen in dieser Sommernacht waren nahezu ideal:
- Standort & Himmel: Beobachtet wurde auf dem Dorf bei Bortle 4,7. Es waren keinerlei Wolken zu sehen – weder visuell mit bloßem Auge noch auf den aktuellen Satellitenbildern des DWD.
- Temperatur & Sensor: Die Außentemperatur lag bei 12 °C (Taupunkt 10 °C). Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit schaltete ich für die letzten 30–40 Minuten der Session die interne Tauheizung (Dew Heater) des Seestar zu. Die Sensortemperatur pendelte während des Stacking-Prozesses stabil zwischen 27,5 °C und 29 °C.
- Aufnahmezeitpunkt: Der finale Stacking-Prozess des Mosaiks wurde in den frühen Morgenstunden am 26. Juli 2026 um 03:23 Uhr (CEST) abgeschlossen.
- Akku-Durchhaltevermögen: Die gesamte Session lief ohne externe Powerbank rein auf dem internen Akku ab. Über die gesamte Belichtungszeit von knapp 81 Minuten (485 × 10 s Einzelbilder) plus Heizung hielt der Akku souverän durch – am Ende zeigte die App immer noch 25 % Restkapazität.
Überschrift Grad 2 Anfang: Thermik am Dachfenster Ende der Überschrift.
Oft wird vor Aufnahmen aus dem geöffneten Dachfenster gewarnt, weil aufsteigende warme Luft aus den Räumen oder von erwärmten Dachziegeln das Seeing ruiniert. In der Praxis zeigte sich bei diesem Einsatz jedoch: Es waren keinerlei negative Auswirkungen durch Thermik oder Luftströmungen aus dem Dachfenster erkennbar. Das Teleskop stackte die Frames vollkommen unbeeindruckt durch.
Überschrift Grad 2 Anfang: Das Ergebnis: Messier 31 Ende der Überschrift.
Hier ist das fertig gestackte Ergebnis aus 485 Einzelaufnahmen (Gesamtbelichtungszeit 4.850 Sekunden bzw. ~80 Min. 50 Sek.):
Überschrift Grad 3 Anfang: Im Bild identifizierte Objekte: Ende der Überschrift.
- M31 (NGC 224): Andromeda-Galaxie mit ihrem strahlenden Kern und ausgeprägten Staubstrukturen.
- M32 (NGC 221): Elliptische Zwerggalaxie (südlich des M31-Zentrums).
- M110 (NGC 205): Elliptische Zwerggalaxie (nordwestlich von M31).
- NGC 206: Sternentstehungsregion / H-II-Komplex im Spiralarm von M31.
- Vordergrundsterne: ν Andromedae (ν And, Mag ~4,5) sowie 32 & 39 Andromedae.
Hinweis zum Bild: Am obersten Bildrand sieht man zwei parallele feine Streifen – hier hat während der Aufnahmen vermutlich ein Satellit oder ein Flugzeug das Bildfeld gekreuzt.
Überschrift Grad 2 Anfang: Interaktiver FITS-Viewer Ende der Überschrift.
Über den interaktiven FITS-Viewer könnt ihr den originalen FITS-Header und die WCS-Koordinaten (Bildmitte RA 11,222°, DEC 40,650°) direkt erkunden:
Überschrift Grad 2 Anfang: Was soll ich als Nächstes aufnehmen? Ende der Überschrift.
Das Seestar S30 Pro hat sich im Mosaik-Modus und an der DIY-Dachfensterhalterung bestens bewährt. Jetzt interessiert mich eure Meinung: Welches Deep-Sky-Objekt soll ich als Nächstes mit dem Mosaik-Modus ins Visier nehmen? Schreibt mir gerne eure Vorschläge!